Ferienwohnungen in der "Alten Stadtförsterei"

Die Stadt Lychen

Lychen, die Stadt der sieben Seen, hat eine wechselvolle Historie. Verschiedene Quellen besagen, dass auf dem Gebiet der heutigen Stadt Siedlungen aus der Jungsteinzeit zu finden sind. Es muss wohl an der schönen Örtlichkeit liegen, denn auch die Slawen siedelten seit dem 6. Jahrhundert n. Chr. hier. Die Stadt Lychen wurde 1248 vom Markgrafen Johann I. gegründet. In den nächsten 200 Jahren konnten sich die Mecklenburger und Brandenburger nicht einigen, wohin Lychen gehören sollte. Erst 1448 kam es endgültig zu Brandenburg. Auch wenn man es nicht vermutet, Lychen ist heute noch eine Grenzregion. Unweit der Stadt verläuft die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. In den umkämpften 200 Jahren bauten sich die Lychener eine Stadtmauer und die schöne, noch ursprünglich erhaltene Kirche Sankt Johannes als Wehrkirche. Die Pest, die Cholera, Kriege und andere Geißeln der Menschheit zogen über die Stadt. Im Jahre 1644 waren von 224 Häusern nur noch 17 mit insgesamt 29 Menschen bewohnt (heutige Einwohnerzahl: 3100).
Einen ersten Aufschwung erlebte Lychen nach dem Bau der Straße von Templin nach Fürstenberg im Jahre 1891 und dem Anschluss an das Bahnnetz im Jahre 1899. Unbedingt zu erwähnen ist, dass Lychen seit dem 17. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts Umschlagplatz für die Holzwirtschaft war. Man könnte sagen, dass Berlin und der Hamburger Hafen mit Holz aus Lychen aufgebaut wurden (nicht ausschließlich natürlich). Das Holz aus den ausgedehnten Wäldern wurde zum Oberpfuhl-See gebracht und von dort in den Stadtsee geflößt, der Verbindung zur Havel hat. 2008 bekam Lychen den Titel Flößerstadt verliehen.

“Weltruhm” erlangte die Stadt Lychen durch den Uhrmacher Johann Kirsten, der um 1902 die Pinne oder Reißzwecke erfand. Das hat die Stadt Lychen zum Anlass genommen, ihre touristischen Informationen, die an allen denkwürdigen Orten der Stadt verteilt sind, auf übergroße “Pinnen” zu schreiben.
Zur Betreuung lungenkranker Kinder aus Berlin gründete Prof. Dr. Gotthold Pannwitz 1902 die Heilstätten des Deutschen Roten Kreuzes in Hohenlychen. Er führte sie zu solchem Ruhm, dass Lychen auch im Tourismus davon profitierte. Leider wurden die Heilstätten, die mit bester Absicht gegründet worden waren, in der NS-Zeit erst zum Reichsarbeits- und -sportsanatorium und später zum SS-Lazarett umgewandelt. Von 1945 bis 1993 nutzten die sowjetischen Besatzungstruppen das Krankenhaus ebenfalls als Lazarett. Seit einigen Jahren werden die wunderschönen großen Villen nach und nach saniert und zu Wohnungen und Ferienwohnungen umgewandelt.
Neben der Blütezeit des Holzhandels und der Flößerei führten die Heilanstalten Lychen zu einem touristischen Aufschwung. Wie ich voller Erstaunen gelesen habe, kamen zu Pfingsten 1910 wohl fast 50.000 Menschen zur Erholung nach Lychen. Das sind Zahlen, die erst wieder erreicht werden wollen (… naja, wir arbeiten daran).